Der BTMT-Blog

Mit dem BTMT-Blog bieten wir eine Online-Plattform, die Managementthemen vor allem der Kunststoffindustrie nicht in wohlfeile Worte und hoch-komplexe Konzepte kleidet, sondern ganz pragmatisch auf den Punkt bringt. Probleme, Ziele und Lösungen – hier steht, wie es ist und wie es sein muss. Nicht, wie es vielleicht irgendwann einmal sein könnte. Denn das Ergebnis zählt.

Wo ist und was macht eigentlich die Instandhaltung?

Geschrieben von Josef Märtl
Josef Märtl
Meister und Diplom-Ingenieur Elektrotechnik, dazu 26 Jahre in unterschiedlichsten Führungspositionen eines int...
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am Freitag, 05 August 2011
in Fokus

Das gilt nicht nur für die Kunststoffbranche: Ob eine Produktion wirtschaftlich ist, hängt wesentlich von der Laufzeit der Maschinen ab. Und für die wiederum ist entscheidend die Instandhaltung verantwortlich. Umso erstaunlicher, dass in vielen Firmen diese Abteilung ein zuweilen fürstliches Dasein im Verborgenen fristet.

Wie viele Menschen arbeiten in der Instandhaltung? Was kostet die Abteilung? Und was leistet sie unterm Strich für die Produktivität? Häufig lauten die Antworten entweder

> „Das wissen wir nicht so genau.“ oder
> „Es ist eben, wie es ist.“

Maschinenverfügbarkeit unter oder über 95 Prozent

In der Praxis bedeutet dies dann konkret: Die Mitarbeiter in der Instandhaltung

> üben Dienst nach Vorschrift von 7 bis 16 Uhr,
> gehen gemeinsam in die Pausen,
> verabschieden sich am Freitag um 14 Uhr ins Wochenende.

Natürlich werden die Maschinen während der Produktionszeiten repariert und in diesen Zeiten auch noch gewartet. Ob man gerade Zeit hat für einen Maschinenstillstand, hängt von der Laune und der Einsicht des jeweiligen Instandhaltungsmitarbeiters ab.

Die Folge: Nicht selten finden wir Instandhaltungsbedingte Ausfallzeiten von bis zu 30 Prozent und eine Verfügbarkeit der Anlagen, die weit unter 95 Prozent liegt.

Was kann ein Unternehmer dagegen tun?

Zuallererst muss er der Instandhaltung verdeutlichen, dass sie die Aufgabe einer Notaufnahme bzw. eines Notarztes in der Produktion hat. Sie sorgt dafür, dass die Maschinen laufen – und greift ein, wenn es Reibungsverluste und Stillstand gibt.

Checkliste für eine effiziente Instandhaltung

  1. Die Instandhaltung hat versetzte Arbeitszeiten in der Regel von 6 und 18 Uhr (je nach Schichtzeiten der Produktion) und ist jederzeit über Mobiltelefon erreichbar.
  2. Von 18 bis 6 Uhr eine einfache Rufbereitschaft.
  3. Maschinenreparaturen werden in der Werkstatt vorbereitet.
  4. Maschinen werden in den Pausen und Rüstvorgängen repariert.
  5. Wartungen werden an produktionsfreien Tagen durchgeführt.
  6. Es werden nur Arbeiten übernommen, die man wirklich beherrscht. Meistens ist der Profi vom jeweiligen Maschinenhersteller ein Vielfaches billiger und schneller.
  7. Finger weg von Software und SPS-Steuerungen – es sei denn, die Anlage oder Maschine wurden im eigenen Haus entwickelt. Ansonsten lieber den Maschinenhersteller verpflichten.
  8. Vernünftige und sinnvolle Wartungspläne müssen erstellt und umgesetzt werden.
  9. Produktionsleiter und Schichtführer halten täglich die aktuellen Probleme fest und arbeiten sie ab.
  10. Und wenn nichts ansteht, geht man in die wohlverdiente Freizeit.

Die Erfahrung zeigt: Bei den Mitarbeitern und Abteilungsleitern das nötige Bewusstsein zu schaffen und sie von den einschneidenden Veränderungen zu überzeugen, ist nicht einfach. Es funktioniert aber immer, wenn

> der Geschäftsführer dahinter steht und
> für alle Erfolge schnell sichtbar werden.

Und schon nach 3 bis 4 Wochen können sich alle Beteiligten nicht mehr vorstellen, dass es einmal völlig anders war. Denn die Instandhaltung hat sich von der  trägen und bürokratischen zur flexiblen, allzeit unterstützenden Fachabteilung gewandelt, die eine Maschinenverfügbarkeit von über 95 Prozent gewährleistet.

Was macht eigentlich die Instandhaltung ?

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