Der BTMT-Blog

Mit dem BTMT-Blog bieten wir eine Online-Plattform, die Managementthemen vor allem der Kunststoffindustrie nicht in wohlfeile Worte und hoch-komplexe Konzepte kleidet, sondern ganz pragmatisch auf den Punkt bringt. Probleme, Ziele und Lösungen – hier steht, wie es ist und wie es sein muss. Nicht, wie es vielleicht irgendwann einmal sein könnte. Denn das Ergebnis zählt.

Personalthemen sind natürlich Chefsache

Geschrieben von Josef Märtl
Josef Märtl
Meister und Diplom-Ingenieur Elektrotechnik, dazu 26 Jahre in unterschiedlichsten Führungspositionen eines int...
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am Freitag, 02 September 2011
in Führung

Ich bin kein Freund von Vergleichen, denn zumeist dienen sie nur zur Verschleierung von Tatsachen bzw. zur banalen Motivation und Manipulation von Menschen. Aus aktuellem Anlass und weil mein Vergleich auch nichts anderes als ein Unternehmen mit einem Chef betrifft, möchte ich kurz den Blick auf die erste Fußballmannschaft von Borussia Dortmund und ihren Trainer Jürgen Klopp lenken. Denn: Warum ist das Team so erfolgreich – und wird es der Trainer, da bin ich mir sicher, auch langfristig bleiben?

Es klingt so einfach, wie es schwierig sein kann. Im Kern zeichnet sich der „Chef“ Klopp durch vier Eigenschaften aus:

  1. Er ist Fachmann und kennt das Metier (Fußball) wie den Markt (Bundesliga).
  2. Er hat jedes Detail im Blick.
  3. Er entscheidet.
  4. Und er kümmert sich um seine Spieler (Mitarbeiter).

Gerade die vierte Eigenschaft steht immer wieder in den Erfolgsanalysen des Trainers ganz oben, der es sogar geschafft hat, Spieler-Ikone Dede zum Abschied zu bewegen. Und zwar mit Anstand und für beide Seiten verträglich.

Und nun zu den Unternehmen u. a. in der Kunststoffindustrie: Viel zu oft gibt es eklatante Defizite in der Personalführung – nicht selten sogar aus guter Absicht heraus, wegen der man unangenehme Personalentscheidungen oder Konflikte mit Mitarbeitern hinauszögert oder gar vermeidet. Bis es zu spät ist.

Das WICHTIGSTE aber ist: Der Chef muss sich um seinen Mitarbeiter kümmern und ihm zeigen, dass er ihn ernst nimmt. Im konkreten Fall hoher Fehlzeiten eines Mitarbeiters sollte er z. B. frühzeitig das Gespräch suchen und u. a. nachfragen:

> Ist der Mitarbeiter ernsthaft krank?
> Oder gibt es andere Gründe?
> Wie kann Ihm geholfen werden?
> Ist der Mitarbeiter demotiviert und wenn ja, warum? Was kann dagegen getan werden?
> Ist er über- oder unterfordert mit seiner Aufgabe?

Wer zuhört und zuhört und zuhört und vor allem auch auf Kleinigkeiten (diese wahrzunehmen immer auch ein Zeichen von Respekt sind) achtet, erhöht beträchtlich die Chancen, dass der Mitarbeiter

> richtig eingesetzt wird und seine Fähigkeiten entfalten kann,
> vom Mitläufer zum Leistungsträger wird,
> sich mit dem Unternehmen und seiner Aufgabe dauerhaft identifiziert.

Im Umgang mit seinen Mitarbeitern sorgt der verantwortungsvolle und vorausschauende Geschäftsführer bzw. Vorstand für

  1. eine offene und ehrliche Kommunikation. Auch dem Mitarbeiter ist wenig geholfen, wenn seine Fehler und Mängel unerwähnt bleiben;
  2. ein Miteinander auf Augenhöhe;
  3. die Verständigung auf einen gemeinsamen Nenner, der Grundlage für das weitere Vorgehen ist.

Ein solches Vorgehen kann natürlich auch zu dem Entschluss führen, dass man sich trennt, weil es für beide keinen gemeinsamen Weg mehr gibt. Genau hier ist der Chef gefragt, denn er darf das Thema nicht an Dritte weiterreichen.

Unbedingt: Eine Trennung bzw. Entlassung für beide Parteien gut und schnell zu Ende zu bringen, ist Chefsache. Und nur als solche ist sie für das Unternehmen wie für die Mitarbeiter eine gute sowie menschliche Entscheidung.

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