Der BTMT-Blog

Mit dem BTMT-Blog bieten wir eine Online-Plattform, die Managementthemen vor allem der Kunststoffindustrie nicht in wohlfeile Worte und hoch-komplexe Konzepte kleidet, sondern ganz pragmatisch auf den Punkt bringt. Probleme, Ziele und Lösungen – hier steht, wie es ist und wie es sein muss. Nicht, wie es vielleicht irgendwann einmal sein könnte. Denn das Ergebnis zählt.

Entscheiden Sie endlich.

Geschrieben von Josef Märtl
Josef Märtl
Meister und Diplom-Ingenieur Elektrotechnik, dazu 26 Jahre in unterschiedlichsten Führungspositionen eines int...
Benutzer ist offline
am Freitag, 30 September 2011
in Führung

„Wir müssen noch abwarten. Es gibt noch dies und das zu überlegen. Lassen Sie uns erst einmal sehen, wie es wird. Da müssen wir noch den einen oder anderen fragen. Ich glaube nicht, dass ich dazu befugt bin. Ich kann doch allein wegen der Arbeitsplätze keinen radikalen Schnitt machen. Das würde doch bedeuten, das alles Bisherige falsch war. Ach, so schlimm ist es doch gar nicht.“

Doch, ist es! Und es ist häufig sogar noch viel schlimmer.

Denn es geschieht einfach nichts. Obwohl die Probleme immer größer werden, versuchen die Verantwortlichen diese auszusitzen – und schieben sich gegenseitig die Bälle zu. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass eine Veränderung unabdingbar ist und eine entsprechende Entscheidung niemals falsch sein wird, da sich die Ausgangssituation nicht verschlechtern kann.

Aber lassen Sie es mich positiv formulieren. Auch, wenn viele unterschiedliche und sehr individuelle Faktoren in den verschiedenen erfolgreichen Unternehmen zusammenspielen, gibt es einen kleinsten gemeinsamen, dennoch sehr zentralen Nenner: Die Bereitschaft und Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen.

Das wissen wir alle: Erfolgreiche Unternehmer, die immer auch Unternehmer-TYPEN sind,

> treffen zeitnah Entscheidungen,
> übernehmen dafür die Verantwortung und
> leben die Entscheidungen konsequent vor.

Jedes Unternehmen braucht Unternehmer, Treiber, Macher, Entscheider. Warum in der Praxis trotz dieser Erkenntnis zu wenig Entscheidungen getroffen werden, liegt neben Bequemlichkeit und Egoismus vor allem an der Angst, Verantwortung zu übernehmen.

Das erste Ziel muss also sein, eine Unternehmenskultur zu schaffen und zu pflegen, in der über alle Ebenen hinweg entschieden wird. Das geht nicht ohne Methode und grundsätzliche Prinzipien:

  1. Analysieren Sie genau und schonungslos die Situation. Die Notwendigkeit von Entscheidungen erschließt sich dann meist von selbst. Zudem gibt eine fundierte, aber zügige Analyse zusätzlich Sicherheit Verantwortung zu übernehmen.
  2. Fordern Sie von Ihren Mitarbeitern Entscheidungen ein.
  3. Erlauben Sie falsche Entscheidungen, aber kein Aussitzen der Probleme.
  4. Bewusstseinsbildung: Machen Sie deutlich, dass keine Entscheidung keine Alternative ist.
  5. Entscheiden Sie schnell.

Zum Schluss:
Sie denken, meine Forderung nach Entscheidungen ist banal? Meine Ausführungen sind Selbstverständlichkeiten? Dann tun Sie mir bitte einen Gefallen: Betrachten Sie bitte genau Ihnen bekannte Unternehmen oder Abteilungen, die (kleinere oder größere) Schwierigkeiten haben. Welche Unternehmenskultur finden Sie?

Entscheiden Sie endlich

Kommentare

Gast
Wyrwoll Donnerstag, 06 Oktober 2011

Hallo Hr. Märtl,

habe immer die schnellen Entscheidungen befürwortet--
keine Enscheidung ist Stillstand = Rückschritt.

Ich persönlich habe in den letzen 2 Jahren viel im Bereich G&V und Bilanz gelernt und wie ein Großkonzern arbeitet.

Blicke gerne auf die gemeinsame Zeit zurück.

Bis bald mal

Arno

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Gast
Gast Sonntag, 20 Mai 2012