Der BTMT-Blog
Mit dem BTMT-Blog bieten wir eine Online-Plattform, die Managementthemen vor allem der Kunststoffindustrie nicht in wohlfeile Worte und hoch-komplexe Konzepte kleidet, sondern ganz pragmatisch auf den Punkt bringt. Probleme, Ziele und Lösungen – hier steht, wie es ist und wie es sein muss. Nicht, wie es vielleicht irgendwann einmal sein könnte. Denn das Ergebnis zählt.
Die Arbeitsvorbereitung, Teil 2: Drei Regeln
Damit die Arbeitsvorbereitung im Unternehmen ihre zentrale Rolle auf Augenhöhe mit den anderen Abteilungen erfüllen kann, muss sie drei Regeln befolgen. Und zwar konsequent.
Erste Regel: Die Arbeitsvorbereitung reagiert nicht, sie AGIERT.
Eine Arbeitsvorbereitung die sich darauf beschränkt, zweimal pro Woche neue Aufträge einzuplanen, vergrößert ihren Planungshorizont jeweils um eine halbe Woche – und nicht mehr!
Aktives Planen funktioniert anders: Alle planbaren Faktoren werden einbezogen. Zum Beispiel
> saisonale Einflüsse: Urlaubszeiten von Kunden, Lieferanten und des eigenen Unternehmens, dazu Katalogstart eines Kunden etc.
> vorhersehbare Einflüsse: Geplante Maschinenstillstände, Anlauf eines neunen Produktes, Vertriebsaktionen etc.
Diese Informationen liefert der Vertrieb oder die Instandhaltung. Aber nicht ohne aktives Einfordern der Arbeitsvorbereitung!
Zweite Regel: Die zur Verfügung stehenden Ressourcen müssen dem Auftragskontingent angepasst werden – nach festen Prioritäten.
Konkret an einem Beispiel: In einer mehrstufigen Fertigung mit Extrudieren, Drucken und anschließendem Konfektionieren wird folgendermaßen priorisiert: Der Engpass (hier die Konfektion) wird zuerst geplant, die vorgeschalteten Fertigungsstufen untergeordnet.
Wie viele Schichten werden in den jeweiligen Fertigungsstufen benötigt? Wo werden zusätzliche, wo weniger Schichten benötigt? Wichtig: Es gibt nur Schichten mit voller Leistung. Der Liefertermin hat oberste Priorität. Erst danach kommen: rüstoptimiertes Extrudieren und Drucken.
Dritte Regel: Nach dem Planen ist vor dem Planen.
Maschinenausfall, Krankheit, eine verspätete Materiallieferung oder ein akuter Kundenwunsch. All das sind normale Störgrößen, die die aktuelle Planung überholen – häufig sogar noch bevor die Betriebsaufträge in die Produktion gelangen. Das bedeutet dann: „Alles zurück auf Los“ und neu planen.
Mitarbeiter, die damit umgehen können, stets die Nerven und den Überblick behalten und dabei in der aktiven Rolle bleiben, finden wir selten. Arbeitsvorbereitungen, die agieren und dabei strukturiert, logisch und nach festen Prioritäten planen, sind ebenso rar. In solchen Fällen muss dann entschieden werden, damit die Unauffällige, Unentdeckte und Unvollendete funktioniert - und zwar auf Augenhöhe ...
Zum Beitrag „Die Arbeitsvorbereitung, Teil 1“ >>






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