Der BTMT-Blog
Mit dem BTMT-Blog bieten wir eine Online-Plattform, die Managementthemen vor allem der Kunststoffindustrie nicht in wohlfeile Worte und hoch-komplexe Konzepte kleidet, sondern ganz pragmatisch auf den Punkt bringt. Probleme, Ziele und Lösungen – hier steht, wie es ist und wie es sein muss. Nicht, wie es vielleicht irgendwann einmal sein könnte. Denn das Ergebnis zählt.
Die Arbeitsvorbereitung, Teil 1: Es ist gefährlich, ihre Bedeutung zu unterschätzen
Eine Abteilung, die der Unternehmer kaum wichtig genug nehmen kann, ist die Arbeitsvorbereitung. In der Realität ist sie allerdings häufig die Unauffällige, Unentdeckte und Unvollendete – mit zuweilen dramatischen Folgen, wenn es hier nicht rund läuft.
Einmal oberflächlich betrachtet: Die Arbeitsvorbereitung sammelt und bündelt die Vertriebsaufträge und reicht diese in Form von Betriebsaufträgen zum richtigen Zeitpunkt (Fertigungstermin) an die Produktion weiter. All dies geschieht (natürlich) in enger Abstimmung mit der Materialdisposition: Materialien und Halbfertigteile müssen früh genug bereit stehen! Wichtig: Es müssen genügend Ressourcen (Maschinen- und Personalkapazität) vorhanden sein. Damit nichts schief geht überwacht ein intelligentes ERP System die Abläufe permanent.
Schön wär‘s ...
Denn in der Praxis trifft man nicht von ungefähr häufig auf Ironie, mit der nach dem Motto „Darf´s ein bisschen mehr sein?“ gerade das Thema „Bereitstellung der Ressourcen“ kommentiert wird. Aber: Für Ironie ist hier kein Platz, denn die Arbeitsvorbereitung als zentrale Schaltstelle muss täglich planen und die Fertigung steuern. Das ist Schwerstarbeit und kostet sehr viel Geld, wenn sie nicht absolut professionell gehandhabt wird.
Jedem Mitarbeiter im Unternehmen muss die Bedeutung der Arbeitsvorbereitung klar sein. Denn sie
> übernimmt die Hauptverantwortung für Rohstoff- und Halbfertigwarenbestände (vollständig) und Fertigwaren (zumindest teilweise);
> legt die vorgehaltenen Kapazitäten (intern & extern) fest;
> verantwortet die Pflege der Arbeitspapiere (Rezepturen, Einstellprotokolle, Zeichnungen etc.);
> bestimmt im Wesentlichen die Durchlaufzeit im Unternehmen;
> und nochmals: steuert die Fertigung.
Weil dem aber in vielen Unternehmen nicht so ist, kommen diese nicht selten in kritische Situationen – und laufen bestenfalls permanent den Ereignissen hinterher bzw. versuchen in der Endlosschleife Schlimmeres zu vermeiden, indem sie ständig neu entstehende Feuer löschen.
Eine Beobachtung aus vielen BTMT-Projekten: Oft haben hier wenige Personen den Finger am Abzug scharfer Waffen … und keiner weiß es.
Teil 2 zum Thema erklärt, wie aus einer reaktiven Arbeitsvorbereitung eine agierende Abteilung wird.






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